Rückblick auf den Gedenktag 2026
Der 10. Mai ist Magdeburgs ältester Gedenktag. Er erinnert an die Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 während des Dreißigjährigen Krieges – ein Ereignis, das bis heute als Mahnung gegen Krieg und Gewalt nachwirkt. Das Kuratorium „Friedensforum Johanniskirche 1631–2031“ verbindet das Gedenken an die Ereignisse des 10. Mai 1631 durch seine jährlich an diesem Tag stattfindenden Veranstaltungen mit einer Auseinandersetzung über die Bedeutung von Frieden in unserer Zeit.
Den Auftakt bildete um 10.00 Uhr ein Gottesdienst im Dom St. Mauritius und Katharina. Gemeinsam mit dem Gedenkläuten aller Innenstadtkirchen erinnerten Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt aus Dresden und Superintendent Stephan Hoenen an die Opfer der Zerstörung Magdeburgs vor 395 Jahren.
Um 16.00 Uhr fand in der Johanniskirche ein Gedenkkonzert unter der Losung „Verleih uns Frieden“ statt. Werke von der Barockzeit bis zur Gegenwart spannten einen musikalischen Bogen über mehrere Jahrhunderte und ließen den Wunsch nach Frieden in unterschiedlichen Klangsprachen hörbar werden. Mitwirkende waren die Chöre und die Kunstklasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Magdeburg.
Den Abschluss des Gedenktages bildete um 19.00 Uhr die „Magdeburger Reden über den Frieden“. In diesem Jahr konnte Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Redner gewonnen werden. Unter dem Titel „Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten“ griff er eine zentrale friedensethische Frage unserer Zeit auf: Wie kann Frieden angesichts aktueller Kriege und internationaler Krisen aktiv gestaltet werden?
Damit schlug der Abend die Brücke von der historischen Erfahrung Magdeburgs zu den Herausforderungen der Gegenwart und lud dazu ein, Frieden nicht nur als Sehnsucht, sondern als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen.